Sonntag, 16. Dezember 2018, 09:53 UTC+1

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: INVESTOX-Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Bernd

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 5. Juni 2005

Beiträge: 3 905

Wohnort: Iringsweg

1

Sonntag, 23. September 2018, 22:41

Brainstorming: harter Brexit für europäische Kunden englischer Banken

Hallo zusammen

Ich habe mal gegoogelt nach sowas wie "Folgen harter Brexit für europäische Kunden englischer Banken". Auch noch andere Suchanfragen usw.

Jedoch findet man nur Themen und Überschriften, die sich mit den Folgen für Banken, nicht jedoch deren Kunden, befassen. Z.B.
* Juni 2018: Aufseher rufen Banken zu mehr Brexit-Vorbereitungen auf
* Sept. 2018: das die Deutsche Bank Auswirkungen nur in engen Grenzen sieht, während
* auch im Sept. 2018: die UBS Geld einplant "... mehr als 100 Mio. Fr. ... einschliesslich der Kosten für den Umzug von Mitarbeitern aus der Londoner City und Rechtskosten."

Also, im Finanz-Sektor gibt es grosse Unterschiede der Einschätzung, von praktisch kein Handlungsbedarf bis grosser Einsatz mit rechtzeitiger Planung auf den schlimmsten Fall.

Und der für Ende März 2019 geplanten Austritt Grossbritanniens aus der EU rückt näher, wie noch schnell der harte Brexit verhindert werden soll ist fraglich.

Für uns (wie heisst es so schön auf dem Investox-Startbild) professionelle Trader und engagierte Privatanlager findet sich jedoch kaum eine Information mit google & Co., was dies alles für uns bedeuten wird. Jedoch denke ich, es ist hohe Zeit, dass sich auch jeder Investoxie vorbereitet:
* zuallererst könnten diejenigen betroffen sein, die ein Konto bei einem UK Broker haben, z.B. Interactiver Brokers
* dann könnte betroffen sein, wer UK Aktien und Anleihen im Portfoilio hat
* ... sonst noch Ideen, wie man betroffen sein könnte als Trader oder engagierte Privatanlager?

Keiner weiss, was passieren wird, der Brexit erscheint mir wie ein Handelssystem mit zuvielen Variablen, dazu müssen wir auch noch den Blick in die Zukunft zulassen: man kann unendlich gut Kurvenanpassung betreiben, und real flattert es dann womöglich ...

Jedoch, das soll ein Brainstorming werden: was mein ihr?
* kann man gelassen bleiben wie die Deutsche Bank, oder soll man pro-aktiv werden wie die UBS?
* soll mein seine Gelder grossflächig zu anderen Brokern umverteilen, die auch mit Investox kompatibel aber nicht UK bassierend sind?
* und, grosses Problem, welche könnten das sein, die von den Kondiktionen nur halbwegs passabel mithalten könne?
* weitere Fragen drängen sich auf, z.B.
** Einlagenschutz
** Überweisungs- und Rückzugskosten
** Legalität der Geschäfte überhaupt
** ... sicher fällt Euch noch mehr ein zum Thema

Ich würde mich über eine rege Teilnahme am Brainstorming und sachdienliche Kommentare ohne grosse Polemik freuen, wir sind ja kein Politik- sondern ein Trading-Forum:

auf dass wir Lösungen auch für den schlimmsten Fall finden und sich jeder seiner Lage entsprechend noch rechtzeitig vorbereiten kann.
Gruss
Bernd

-----------------------------------------------
http://www.13quants.ch

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bernd« (23. September 2018, 23:25)


Wiwu Weiblich

Meister

Registrierungsdatum: 4. September 2002

Beiträge: 1 642

Wohnort: Neuenhagen b. Berlin

2

Montag, 24. September 2018, 13:15

... gut, dann oute ich mich mal insofern, dass ich für mich - Stand heute- keinen Handlungsbedarf sehe.

Ich werde mein Konto bei IB UK behalten und dort auch im Vorfeld des Brexit keine Mittel abziehen.
Kundin bei IB UK bin ich seit ca. 15 Jahren. In meiner bisherigen Kundenbeziehung zu IB gab es für mich weder irgendwann Anlass zur Sorge noch Grund zur Klage.

Ich gehe davon aus, dass der Brexit auch bei IB US und IB UK längst Thema ist.
Ich nehme außerdem an, dass IB daran interessiert ist, seinen EU-Kunden auch nach dem Brexit weiter die gewohnten Dienstleistungen anzubieten.
Sollten dazu Veränderungen bei der Kontoführung sinnvoll sein, rechne ich damit, darüber rechtzeitig von IB UK informiert zu werden.
Mit Einschränkungen beim Trading oder der Verfügbarkeit über meine Guthaben rund um den Brexit-Termin rechne ich aktuell nicht.

Für Trader mit IB UK als Broker, die das anders sehen als ich, wäre vielleicht der Wechsel / teilweise Wechsel zu Lynx eine Option, die ja dem Bafin und der niederländischen Finanzaufsicht unterliegen und deren Headquarter in Amsterdam und somit innerhalb der EU liegt.

Was mein Handelsverhalten betrifft, könnte ich mir vielleicht vorstellen, dass ich vor Ende März vielleicht im Forex darauf achte, nicht zuviele GBP-Positionen zu halten, die sich nicht gegenseitig hedgen.
Aber auch das ist noch nicht sicher. Bei terminierten Ereignissen wie dem Brexit ist meine Erfahrung, dass bis zum Ereignis sämtliche Entwicklungsmöglichkeiten längst in die Kurse eingepreist sind. Trifft das auch diesmal zu, würde das Zurückfahren der GBP-Positionen kurz vor dem Brexit-Termin gar keinen Sinn mehr machen.
Wahrscheinlich werde ich also auch im Forex-Trading gar nichts ändern.

In den Backtest-Historien aller meiner Handelssysteme sind Crashs und Krisen ausreichend vertreten.
Damit kamen meine Systeme in der Vergangenheit dann auch im Realhandel klar.
Ich gehe deshalb davon aus, dass das auch diesmal beim Brexit wieder so sein wird.
Mit einer höheren Volatilität in den Märkten rund um den Brexit-Termin rechne ich - also mit besonders ärgerlichen Drawdowns oder besonders erfreulichen Profiten für meine Systeme.
Erfahrungsgemäß kommen die Kapitalkurven aber auch schnell wieder zurück, sobald nach terminierten Ereignis alles wieder in etwas ruhigeren Bahnen verläuft.

Viel schlimmer als ein harter oder ein geregelter Brexit wäre aus meiner Sicht eine lange Phase der Ungewißheit über den Fortbestand von EU und Euro nach dem erfolgten -wie auch immer -Brexit mit "gelähmten" Finanzmarkt-Aktueren.

Stand heute liegt mein Fokus also darauf, die Meldungen zum Stand der Brexit-Verhandlungen weiter interessiert zu verfolgen.
Viele Grüße von Anke

http://www.ascunia.de

Bernd

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 5. Juni 2005

Beiträge: 3 905

Wohnort: Iringsweg

3

Mittwoch, 26. September 2018, 02:51

Hier ist mir eine mögliche positive Entwicklung zum harten Brexit eingefallen, Banken in UK wären nicht mehr der RIIPs Regulation unterworfen. Wer sein Konto also dort hat ...

Schliesslich gilt die Verordnung (EU) Nr. 1286/2014 für den Europäischen Wirtschaftsraum, dem Grossbritannien dann nicht mehr angehört ;)
Gruss
Bernd

-----------------------------------------------
http://www.13quants.ch

hendrix1

Fortgeschrittener

Registrierungsdatum: 31. Mai 2009

Beiträge: 134

Wohnort: Köln

4

Freitag, 28. September 2018, 10:37

Hallo,
ich - als NICHT-professioneller Trader - erwarte den Brexit als positiv im organisatorischen Sinne.
All denjenigen, die einen europäischen Broker über die MT4-Schnittstelle ( mein Broker ist FXpro UK ) als privater Trader nutzen - werden ebenfalls die Limitierung auf einen Hebel < 30 erfahren haben (danke EU).
Dieses Limit wird - nach Prognose FXproUK - sofort mit dem Brexit wieder aufgehoben.

Das aktuelle "Workarround" - einen Teil des UK_Kontos auf die FXpro Bahamas (OHNE Einlagenschutz!!) umzuziehen - wird dann wieder rückabgewickelt und der Einlagensicherung der UK unterstellt.

Von daher aus meiner Sicht : Brexit (hart oder soft) wird meine Situation verbessern !

Gruß
Hendrix

Bernd

Erleuchteter

Registrierungsdatum: 5. Juni 2005

Beiträge: 3 905

Wohnort: Iringsweg

5

Sonntag, 30. September 2018, 11:04

Hallo zusammen

Ich hatte eine Anfrage bei IB laufen; die interessantesten nicht speziell privaten Antworten möchte ich mit Euch teilen:

Zitat

ein Konto mit IB-UK welches ein Introducing Broker von IBLLC-US darstellt. Dieses ist über die SIPC gesichert, eine Amerikanische Einlagensicherung, welche auf folgendem Link ersichtlich ist: LINK


Was mich wunder nimmt zu diesem Punkt: *muss* ein EU Kunde dann zu IB-EU wechseln mit allen Nachteilen, z.B. müsste man doch als Kunde IB-UK wieder QQQ, SPY und Co handeln dürfen. Oder kann er auch bei IB-UK verbleiben und hätte die vorstehend genannten Vorteile?

Zitat

Interactive Brokers plant eine Erstellung der IB-EU Entity, welche Kunden in der EU weiterhin erlaubt bei IB zu handeln. Die Umstellung auf IB-EU ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, wir werden aber zu gegebener Zeit Emails versenden, die über den Wechsel zu IB-EU informiert.


Dieser Punkt wundert mich, er impliziert, dass es zwischen der EU und USA ein Abkommen gibt, dass kein EU Bürger ein Konto in den USA aufmachen darf. Ist das so?:

Zitat

Der Wechsel auf IBLLC-US ist nur möglich, wenn der Kunde einen Sitz ausserhalb Europas besitzt.


Falls jemand diese Punkte als Betroffener hinterfragt, wäre es toll wenn die Antwort hier geteilt würde; für mich ist erstmal Ende im Gelände, weil eben nicht betroffen von letzterer Aussage.
Gruss
Bernd

-----------------------------------------------
http://www.13quants.ch

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bernd« (30. September 2018, 11:31)